Identitäten – Tacheles! – GERMAN

Viele Menschen empfinden ein gewisses Unbehagen, wenn sie sich selbst entweder in einer Aufnahme hören oder in einem Video sehen und – oh dear – ich bin da definitiv keine Ausnahme obwohl das zu dem Zeitpunkt das vierte Mal ist, dass ich für Irgendwas vor der Kamera steh. Es ist immer noch unglaublich merkwürdig.


Das Filmkollektiv hinter dem Video hatte ich mich Oktober letzten Jahres angefragt, um sie als Expertin zum Thema “Trans*” bei den Vorbereitungen zum Dreh zu begleiten. Darüber hinaus sollte ich im Video selbst vorkommen und quasi als Expertin eine Gruppe von Jugendlichen begleiten, die gemeinsam über Geschlechtsidentitäten reden. Im Vorfeld hatte ich einen Workshop für das Team selbst organisiert und gemeinsam mit den Jugendlichen viel über den Dreh gesprochen – auch wenn es merkwürdig ist, distanziert von “Jugendlichen” hier zu sprechen. Die Person, die mit mir spricht, ist beispielsweise fast gleichalt wie ich.

Normalerweise bin ich sehr kritisch, wenn es darum geht, wie in verschiedenen Medien Trans*themen verarbeitet werden. Zu oft sind Trans*narrativen mehr Etwas, das exotisiert wird und mit einer Kombination aus problematischem Vokabular und schlechten Intentionen behandelt wird. Mir selbst ist das schon mehrmals passiert – schnell wird aus einem positiven Interview ein Artikel mit Deadnaming.

In dem Sinne war es mir für das Videoprojekt von Tacheles! sehr wichtig, sicherzustellen, dass das verwendete Vokabular undproblematisch ist und dass Trans*personen, die in der Produktion mitinvolviert sind, gut behandelt werden. In der Praxis hieß das, dass ich regelmäßig Rücksprache mit dem Team hielt und bis hin in die letzten Wochen der Produktion Formulierungen und Animationen durchgegangen bin und mein Feedback gegeben habe – ein Prozess, den ich dem Team hinter dem Film hoch anrechne.

Das Resultat dieses ganzen Prozesses könnt ihr hier unten sehen. Aus sechs Monaten Arbeit sind im Endeffekt ein bisschen mehr als 14 Minuten Film geworden und aus mehreren Stunden Drehmaterial ein kleiner Zusammenschnitt, mit dem ich sehr glücklich bin.

Vielleicht würde ich nicht alle Sachen 1 zu 1 genauso sagen, wie sie gesagt werden, aber generell finde ich die Aussagen, die die Jugendlichen im Video treffen, wirklich gut.

Schaut es euch sehr gerne mal an:

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